Museum, Det Tyske Museum, Avignon
© Niels Nygaard Photography

Ausführung/Vermauerung

Musterflächen

Wenn erhöhte Anforderungen an das Erscheinungsbild einer Ziegelfassade gestellt werden, soll dies im Vorfeld ausdrücklich vereinbart werden. Musterflächen sind eine Methode, um das Erscheinungsbild des fertigen Mauerwerks zu beurteilen.

Als Musterflächen können bestehende Objekte vereinbart oder auch Referenzfelder unter Beachtung folgender Eigenschafften an der Baustelle gemauert werden:

Mindestgröße bei einfarbigen, glatten Mauerziegeln: 1 m².
Mindestgröße bei bunten Mauerziegeln oder bei Mauerziegeln mit Oberflächenstrukturen:2 m².
Die Mauerziegel sollten so gewählt werden, dass sie die durchschnittliche Qualität der gesamten Lieferung repräsentieren.
Die Beurteilung der Optik bei Ziegelfassaden darf nicht aus unmittelbarer Nähe erfolgen.
Maßgebend für die Ansehnlichkeit einer Ziegelfassade ist nicht etwa die Beschaffenheit der einzelnen Steine oder Fugen bei Betrachtung aus nächster Nähe, sondern das Gesamtbild des Fassadenabschnitts bei Betrachtung aus gebrauchsüblichen Entfernungen.

 

Wärmedämmung

Als Baustoff für die Wärmedämmung können Platten, Matten, Granulate und Schüttung aus Dämmstoffen verwendet werden, die dauerhaft wasserabweisend sind. Die Dämmschicht muss lückenlos angebracht werden, so dass ein Wasserdurchtritt an den Stoßstellen dauerhaft verhindert wird. Bei zweilagigen Dämmschichten müssen die Stöße der Dämmplatten versetzt angeordnet werden.

Die Dämmmatten werden beim Einbau dicht aneinanderliegend über die Drahtanker geschoben und mit Kunststoffscheiben befestigt

 

Feuchteschutz

An allen Kontaktstellen zwischen Verblendschale und z. B. Fenster- und Türanschlägen oder tragender Innenschale sind wasserundurchlässige Sperrschichten anzuordnen. Die Innenschalen und die Geschossdecken sind an den Fußpunkten der Zwischenräume der Wandschalen gegen Feuchtigkeit zu schützen. Auch sind oberhalb von Öffnungen im Verblendmauerwerk Dichtungsbahnen einzubauen, um zu verhindern, dass kalkhaltiges Wasser an die Fensterscheiben geleitet wird und diese verätzt.

 

Mörtel für Klinker

Für Klinker sind Mörtelzusammensetzungen geeignet, die der Mörtelgruppe IIa in DIN 1053-1 entsprechen:
Mischungsverhältnis für MG IIa in Raumteilen:

  • 1 RT Zement
  • 1 RT Kalkhydrat
  • 6 RT Sand 0 bis 3 mm Ø

 

Mörtel für Vormauerziegel

Für Vormauerziegel sind Mörtelzusammensetzungen geeignet, die den Mörtelgruppen II oder
IIa nach DIN 1053-1 entsprechen.

Mischungsverhältnis für MG II in Raumteilen:

  • 1 RT Zement
  • 2 RT Kalkhydrat
  • 8 RT Sand 0 bis 3 mm Ø

 

Verband

Die Stoßfugen übereinanderliegender Mauerwerksschichten müssen versetzt sein. Das Überbindemaß Ü muss 40 % der Steinhöhe, mindestens aber 45 mm betragen. Die für den Verband notwendigen 3/4-Steine an Mauerwerksecken dürfen nicht mit dem Mauerhammer geschlagen, sondern müssen mit einer Steinsäge an der Baustelle geschnitten werden.

 

Mauern

Grundsätzlich muss der Mörtel im Frischzustand für alle Steinarten ein Höchstmaß an Verformungswilligkeit besitzen. Die ganzflächige und satte Mörtelfüllung ist bei Verblendmauerwerk als Regenbremse unentbehrlich.

An Regentagen darf nur unter Schutzmaßnahmen gemauert werden. Jeweils nach Abschluss eines Tagwerks oder vor Eintritt von Regen sind frisch gemauerte Schichten zumindest von oben her durch Abdeckung gegen Ausspülen und Verschmutzen zu sichern.

 

Vermauerung von Klinkern

Bei schwach saugenden Klinkern zieht Wasser sehr langsam ein, die Folge ist „Wässern“ des Mörtels an den Kontaktflächen und verstärktes Eindringen des Regenwassers. Daher muss die Mörtelkonsistenz dem Saugvermögen des zu verarbeitenden Klinkers angepasst werden. Zu steife Mauermörtel sind unzulässig.

Klinker dürfen nicht angenässt werden, weil bei ihnen das Wasser eine störende Trennschicht bilden würde, die ein Ansaugen des Mörtels verhindert.

 

Vermauerung von saugfähigen Ziegeln

Bei saugfähigen Vormauerziegeln ist ein vorzeitiger und zu hoher Wasserentzug aus dem Mörtel durch Vornässen der Steine einzuschränken. Bei Verwendung von Werktrockenmörtel mit verbessertem Wasserrückhaltevermögen kann ein Vornässen der Steine entfallen.

 

Arbeitszeitrichtwerte für Mauerarbeiten mit kleinformatigen Mauerziegeln:

Materialbedarf

Wanddicke (cm)

11,5

11,5

11,5

Steinformat

DF

NF

2DF

Rohdichteklasse

0,8-1,8

0,8-1,8

0,8-2,0

Steine (Stk)

65

48

32

Mörtel (L)

35

34

24

Volles Mauerwerk

0,85

0,80

0,75

Gegliedertes Mauerwerk

0,90

0,85

0,75

Zulagen

Wanddicke (cm)

11,5

11,5

11,5

Steinformat

DF

NF

2DF

Rohdichteklasse

0,8-1,8

0,8-1,8

0,8-2,0

Mindermengen

0,09

0,08

0,07

Abladen mit Kran

0,02

0,02

0,02

Umstapeln

0,08

0,07

0,06

Höhe über 4 m

0,05

0,05

0,05

Aufmaßregelung

Die nach VOB abzugsfähigen Öffnungen sind durch die Gliederung des Mauerwerks nach Schwierigkeitsgraden bereits in den Arbeitszeitrichtwerten berücksichtigt und werden nicht gesonder vergütet.

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